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Liebing zur Diskussion über Integration

8. Oktober 2010

Am gestrigen Donnerstag, 07. Oktober 2010, hat die Staatsministerin im Bundeskanzleramt für Integration, Prof. Dr. Maria Böhmer, im Deutschen Bundestag den Bericht der Bundesregierung zur Lage der Ausländer in Deutschland abgegeben. Daraus hatte sich eine lebhafte Debatte im Bundestag zum Thema Integration und zur Lage der Muslime in Deutschland entwickelt. Bundespräsident Christian Wulff hatte mit seiner Rede zum Tag der Deutschen Einheit die öffentliche Diskussion über die Rolle des Islam in Deutschland neu befördert. Dazu erklärt der CDU-Bundestagsabgeordnete für Nordfriesland und Dithmarschen-Nord, Ingbert Liebing, MdB, und Vorsitzende des CDU-Kreisverbandes Nordfriesland:

„Sowohl die öffentliche Diskussion über das Buch von Thilo Sarrazin als auch die Reaktionen auf die Rede des Bundespräsidenten zeigen, dass ein öffentliches Bedürfnis an einer Auseinandersetzung über das Thema der Integration, das Miteinander der Menschen unterschiedlicher Herkunft in Deutschland und der Religionen in unserem Land besteht. Diese Diskussion nicht führen zu wollen wäre schädlich.

Deutschland ist Bestandteil des christlichen Abendlandes. Darauf gründet sich unser Wertekanon, der unsere Gesellschaft zusammen hält. Dies ist das Ergebnis der historischen Entwicklung in Deutschland. Dies auch für die Zukunft zu erhalten ist mein Ziel.

Wir kommen aber nicht an der Tatsache vorbei, dass es inzwischen einen hohen Anteil an Menschen in Deutschland gibt, die sich keiner Religion zugehörig fühlen. Dies ist gerade in den neuen Bundesländern der Fall, wo die DDR in vier Jahrzehnten das Christentum unterdrückt hat.

Genauso wenig kommen wir an der Tatsache vorbei, dass inzwischen ca. 4 Millionen Muslime in Deutschland leben, ca. 5% der Bevölkerung. Zu meinem christlichen Menschenbild gehört auch die Toleranz gegenüber Andersgläubigen. Deshalb respektiere ich das religiöse Bekenntnis anderer Menschen zu anderen Religionen, sei es das Judentum oder der Islam.

Problematisch ist meiner Auffassung nach nicht ein aufgeklärter Islam, der genauso die Gebote der Toleranz erfüllt, wie ich es gegenüber Anderen zu gewährleisten versuche. Problematisch ist jedoch der fundamentalistische Islam, der Andersgläubige nicht akzeptiert, und der den Islam über die Religion hinaus als Staatsdoktrin auffasst. Dies können wir in Deutschland nicht akzeptieren. Von allen Menschen, die in unserem Land leben, egal welcher Herkunft und welcher Religion, muss erwartet werden, dass sie unsere Rechtsordnung akzeptieren. Die Sharia kann und darf in Deutschland keine Grundlage haben. Deshalb ist es sinnvoller, den aufgeklärten Islam zu unterstützen, als dem islamistischen Fundamentalismus Raum zu bieten.

Viel zu lange wurde eine Multi-Kulti-Ideologie idealisiert. Die Union hat bereits in der großen Koalition eine Kehrtwende weg von dieser Ideologie durchgesetzt. Wer aus anderen Kulturkreisen zu uns nach Deutschland kommt, muss unsere Kultur akzeptieren. Integration ist dafür Voraussetzung. Gegenüber Integrationsverweigerung darf es keine Toleranz geben. Aber wer Ja sagt zu unserer Kultur, unseren Werten, so, wie es auch viele Muslime in Deutschland tun, der verdient auch unsere Unterstützung.“

www.ingbert-liebing.de

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