Die Mitglieder des Arbeitskreises der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag nutzten am heutigen Morgen den Besuch der Gesellschaft für Maritime Technik (GMT) im Küstenkreis, um sich über die wirtschaftliche Bedeutung der Meerestechnik sowie die in diesen Zusammenhang bestehenden Herausforderungen und Potenziale zu informieren. Als Vertreter der GMT begrüßte Ingbert Liebing, Vorsitzender des Arbeitskreises Küste der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag, Dr. Walter Kühnlein, GMT-Vorstandsvorsitzender, Prof. Dr. Mathias Paschen, stellvertretender GMT-Vorstandsvorsitzender, und Petra Mahnke, GMT-Geschäftsführerin und stellvertretende GMT-Vorstandsvorsitzende.

„Die Meerestechnik hat in den vergangenen Jahren verstärkt Aufmerksamkeit erfahren, denn mit ihr verbinden sich große Potenziale für den Weltmarkthandel und den maritimen Standort Deutschland. Der Küstenkreis wird nach Kräften dazu beitragen, die Sichtbarkeit der Meerestechnik in der politischen und wirtschaftlichen Landschaft weiter zu erhöhen, die in Deutschland erreichte Wertschöpfung trotz Sparanstrengungen zu erhalten und die Bündelung der Kräfte aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft im Bereich der Meerestechnik voranzutreiben“, sagte der Vorsitzende des Arbeitskreises, Ingbert Liebing, MdB.
Nach Einschätzung der Vertreter der GMT liegt ein großes Potenzial der Meerestechnik im Bereich der Offshore-Windenergie. Hier sei man am weitesten fortgeschritten und wolle die Werften zukünftig intensiv ermutigen, diese schwierige, aber dennoch vielversprechende Herausforderung verstärkt anzunehmen. Neben der Offshore-Wind-Technik seien zudem Gezeiten-, Strömungs- und Osmosekraftwerke von Bedeutung, so dass die Meerestechnik nicht nur auf Öl und Gas zu beschränken sei, so der Vorstandsvorsitzende der GMT. Angesichts der deutschen Abhängigkeit von bezahlbaren und verfügbaren Rohstoffen wies Prof. Dr. Paschen darauf hin, dass diese verstärkt aus dem Meer gewonnen würden und Deutschland dieses Feld nicht allein anderen überlassen dürfe.
Mit Blick auf den Aspekt Forschung machten die Vertreter von GMT deutlich, dass diese im Bereich der Meerestechnik naturgemäß mit besonders schwierigen Bedingungen konfrontiert sei (wie Sicht und Druck unter Wasser). Im Vergleich zur Forschung in der Luft- und Raumfahrt seien Projekte in der Meerestechnik neben den hohen Investitionskosten zudem mit weitaus höheren Produktionsausfallkosten verbunden, falls diese Projekte verspätet in Betrieb gehen oder im Wartungsfall für längere Zeit außer Betrieb genommen werden müssen. D.h. in der Meerestechnik dominiert die Zuverlässigkeit des Herstellers bzw. des Produktes gegenüber den reinen Investitionskosten. Deswegen ist die deutsche Meerestechnik aber geradezu prädestiniert, auf dem Weltmarkt Fuß zu fassen, denn mit ihren Produkten verbindet sich Zuverlässigkeit und eine hohe Wertigkeit. Dabei sei es für Deutschland als Hightech-Land von Interesse, sich für hohe Standards einzusetzen und diese weltweit zu harmonisieren.
„Die Meerestechnik muss noch stärker in den Fokus der nationalen Wirtschaftspolitik gerückt werden, um das mit ihr verbundene immense Zukunftspotenzial für Unternehmen und Institutionen sowie deren Beschäftigte in zahlreichen Disziplinen der maritimen Technik optimal nutzen zu können. Dabei geht es nicht in erster Linie um die Bereitstellung zusätzlicher finanzieller Mitteln, sondern um die politische Flankierung durch gute Rahmenbedingungen wie flexible Fördermechanismen“, so Liebing abschließend.
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